8. Tag, 08.08. Lourdes - Pau - Oloron-Sainte-Marie
Das Gute, wenn man fast jede Nacht woanders schläft: Wenn es eine schlechte Unterkunft ist, kommt danach garantiert eine bessere.

Es ging wieder über Dörfer nach Pau, einer klitzekleinen Stadt am Rande der Pyrenäen, die aber sehr geschichtsträchtig und außerdem die Hauptstadt des Bearn und des französischen Baskenlandes ist.

Als erstes habe ich das Schloss besucht.


Bild 39: Schloss von Pau. Die ältesten Teile des Schlosses sind aus dem 12. Jhh., der Rest Anbauten aus den folgenden Jahrhunderten.

Warum ist so ein kleines Städtchen so besonders für die Franzosen? Plätze und Straßen sind nach Henry IV. benannt. Er ist hier geboren. Seine Wiege war ein Schildkrötenpanzer.


Bild 40: Wiege von Henry IV.

Er wuchs als Protestant in einem Landschloss auf, aber seine Mutter wollte mehr und arrangierte eine Ehe mit der Schwester des französischen Thronfolgers. Seine Schwiegermutter, Katharina de Medici, konnte den Protestanten nichts abgewinnen und aus dieser Hochzeit wurde die sogenannte Bluthochzeit mit dem Abschlachten der Hugenotten. Heinrich konnte nach Hause fliehen. In Paris haben sich dann alle in der Thronfolge im Laufe der Jahre gegenseitig umgebracht, so dass Henry auf einmal nur noch übrig war und französischer König wurde. Dieser Linie der Bourbonen stammten alle folgenden französischen Könige ab, bis zum jähen Ende 1793 von Luis XVI.


Bild 41: Henry IV.

Die Frau von Napoleon III., Eugenie, hat dieses Schloss dann später als Sommerfrische genutzt. Auch Napoleon war dreimal hier.

Aber wenn Ihr denkt, das war es schon mit Geschichte: Noch ein Begründer einer Königslinie kommt aus diesem Örtchen, und die ist noch nicht ausgestorben. Hier ist Jean Baptiste Bernadette geboren.


Bild 42: Geburtshaus von Karl XIV.

Er hat unter Napoleon gedient, Napoleons Mätresse geheiratet, sich in Ermangelung eines schwedischen Kronprinzen vom schwedischen König adoptieren lassen und bestieg als Karl XIV. den schwedischen Thron.

Auf dem Weg in die Berge nach Oloron habe ich einen offenen Weinverkauf am Weingut gefunden. Die Weinberge heißen alle nach der Firma: Jurancon. Ein paar Flaschen habe ich mitgenommen, ein weißer wird heute abend probiert.

Dann ging es weiter in die Berge. Am Intermarche lag schon Gewitter in der Luft. Noch Baguette und Käse geholt. Dabei hat mich die Frisch-Käsetheke überfordert und ich habe einen abgepackten Ziegenfrischkäse mit Aschemantel gekauft, zusammen mit ganz viel Getränken (frischgepresster, gekühlter rosa Grapefruitesaft, Zitronenlimo, Brause; die habe ich immer im Auto).

Dann brach das Gewitter los, endlich mal Regen. Eigentlich wollte ich heute abend noch in den Ort, es gibt hier eine berühmte Hühnersuppe, für die es im September sogar einen Kochwettbewerb gibt. Aber bei dem Wetter bin ich im Hotel geblieben.

Das Hotel ist dafür berühmt, dass jedes Zimmer im Stile eines Landes eingerichtet ist, ich habe Mexiko erwischt.


Bild 43: Mein Mexiko-Zimmer.

Und weil es draußen so geschüttet hat, gab es Baguette/Wein/Käse-Abendbrot.


Bild 44: Essen und Trinken wie Gott in Frankreich.

Morgen geht es über die Grenze nach Spanien.