Samstag, 8. August 2026
8. Tag, 08.08. Lourdes - Pau - Oloron-Sainte-Marie
Das Gute, wenn man fast jede Nacht woanders schläft: Wenn es eine schlechte Unterkunft ist, kommt danach garantiert eine bessere.

Es ging wieder über Dörfer nach Pau, einer klitzekleinen Stadt am Rande der Pyrenäen, die aber sehr geschichtsträchtig und außerdem die Hauptstadt des Bearn und des französischen Baskenlandes ist.

Als erstes habe ich das Schloss besucht.


Bild 39: Schloss von Pau. Die ältesten Teile des Schlosses sind aus dem 12. Jhh., der Rest Anbauten aus den folgenden Jahrhunderten.

Warum ist so ein kleines Städtchen so besonders für die Franzosen? Plätze und Straßen sind nach Henry IV. benannt. Er ist hier geboren. Seine Wiege war ein Schildkrötenpanzer.


Bild 40: Wiege von Henry IV.

Er wuchs als Protestant in einem Landschloss auf, aber seine Mutter wollte mehr und arrangierte eine Ehe mit der Schwester des französischen Thronfolgers. Seine Schwiegermutter, Katharina de Medici, konnte den Protestanten nichts abgewinnen und aus dieser Hochzeit wurde die sogenannte Bluthochzeit mit dem Abschlachten der Hugenotten. Heinrich konnte nach Hause fliehen. In Paris haben sich dann alle in der Thronfolge im Laufe der Jahre gegenseitig umgebracht, so dass Henry auf einmal nur noch übrig war und französischer König wurde. Dieser Linie der Bourbonen stammten alle folgenden französischen Könige ab, bis zum jähen Ende 1793 von Luis XVI.


Bild 41: Henry IV.

Die Frau von Napoleon III., Eugenie, hat dieses Schloss dann später als Sommerfrische genutzt. Auch Napoleon war dreimal hier.

Aber wenn Ihr denkt, das war es schon mit Geschichte: Noch ein Begründer einer Königslinie kommt aus diesem Örtchen, und die ist noch nicht ausgestorben. Hier ist Jean Baptiste Bernadette geboren.


Bild 42: Geburtshaus von Karl XIV.

Er hat unter Napoleon gedient, Napoleons Mätresse geheiratet, sich in Ermangelung eines schwedischen Kronprinzen vom schwedischen König adoptieren lassen und bestieg als Karl XIV. den schwedischen Thron.

Auf dem Weg in die Berge nach Oloron habe ich einen offenen Weinverkauf am Weingut gefunden. Die Weinberge heißen alle nach der Firma: Jurancon. Ein paar Flaschen habe ich mitgenommen, ein weißer wird heute abend probiert.

Dann ging es weiter in die Berge. Am Intermarche lag schon Gewitter in der Luft. Noch Baguette und Käse geholt. Dabei hat mich die Frisch-Käsetheke überfordert und ich habe einen abgepackten Ziegenfrischkäse mit Aschemantel gekauft, zusammen mit ganz viel Getränken (frischgepresster, gekühlter rosa Grapefruitesaft, Zitronenlimo, Brause; die habe ich immer im Auto).

Dann brach das Gewitter los, endlich mal Regen. Eigentlich wollte ich heute abend noch in den Ort, es gibt hier eine berühmte Hühnersuppe, für die es im September sogar einen Kochwettbewerb gibt. Aber bei dem Wetter bin ich im Hotel geblieben.

Das Hotel ist dafür berühmt, dass jedes Zimmer im Stile eines Landes eingerichtet ist, ich habe Mexiko erwischt.


Bild 43: Mein Mexiko-Zimmer.

Und weil es draußen so geschüttet hat, gab es Baguette/Wein/Käse-Abendbrot.


Bild 44: Essen und Trinken wie Gott in Frankreich.

Morgen geht es über die Grenze nach Spanien.



Freitag, 7. August 2026
7. Tag, 07.08. Andorra - Lourdes
Zu gestern hatte ich noch vergessen zu erwähnen, es waren abends hier in den Bergen angenehme 25 Grad, oben auf dem Pasa de la Casa hatte das Autothermometer sogar nur 12 Grad angezeigt.

Das Tanken am Morgen hat dann Spaß gemacht: 1,50 pro Liter.

Heute war keine Wolke zu sehen, aber ich fuhr auf der Bergseite. Über kleine Dorfstrassen ging es zur nächsten Station, Lourdes.

Hier unten war es wieder wärmer. Auf zu den Grotten von Lourdes. Erst einmal musste ich mit dem Auto durch die Menschenströme, die zur Grotte wollten und kaum nach links und rechts schauten. Aber Hotel gefunden und Auto geparkt und schon ging es selbst los zur Grotte.


Bild 35: Lourdes.

Obendrüber wurde erst einmal eine Kirche gebaut, aber unterhalb befindet sich immer noch die Grotte, in der Bernadette ihre Marienerscheinung hatte.


Bild 36: Die Grotte von Lourdes.


Bild 37: Die Erscheinung der Muttergottes von der heiligen Bernadette.

Die Grotte wird von vielen Kranken aufgesucht, die hier Heilung suchen.


Bild 38: Besucher.

Zum Abend ging es zum indischen Imbiss um die Ecke mit Samosas, Lassi und Paneer Naan.



Donnerstag, 6. August 2026
6. Tag, 06.08. Carcassonne - Andorra
Heute der Besuch in Carcassonne.


Bild 27: Die Festung Carcassonne sah man schon von weitem.

Wem sie bekannt vorkommt: Sie hat im Film mitgespielt (Jeanne d'Arc und Robin Hood, selbst Walt Disney hat sich für Schneewittchen und Dornröschen hier Inspiration geholt) und es gibt ein Würfelspiel mit diesem Namen.

Hinein ging es durchs Stadttor.


Bild 28: Eins der Stadttore, die Porta Narbonnaise.

Innerhalb der Stadtmauern enge Gässchen mit Souvenirgeschäften. Und in der Stadt gibt es noch einmal eine Extrafestung, die Grafenburg.


Bild 29: Der Zugang zur inneren Burg.

Nach dem Erkunden der Burg konnte man einmal oben auf der äußeren Stadtmauer entlanggehen, so einen Kilometer.

Dabei hatte man eine gute Sicht auf den Montagne Noir, die schwarzen Berge, wo schon früh Gold, Eisen und Kupfer abgebaut wurden. Sie sind der südliche Ausläufer des Französischen Zentralmassivs.


Bild 30: Montagne noir.

Dann ging es zur Kirche St. Naizare innerhalb der Stadtmauern mit wundervollen Kirchenfenstern.


Bild 31: Die Fenster von St. Naizere.

Die Stadt hat eine wechselvolle zweitausendjährige Geschichte, hier die Kurzform: Römer, Westgoten, Sarazenen, Franken, Franzosen, Katharer, Kreuzzügler, Spanier, Franzosen.
Am bekanntesten ist eigentlich, dass die Katharer sich hier 1209 verschanzt haben, von den Tempelrittern auf dem Albigenserkreuzzug erobert wurden und alle, die den römisch-katholischen Glauben nicht annehmen wollten, der Inquisition zum Opfer fielen: 100 durften mit dem gehen, was sie am Leibe trugen, der Rest wurde gehängt oder verbrannt. Danach waren alle Einwohner katholisch.

Im 19. Jhh. wurde die Festung restauriert und in diesem Zustand wiederaufgebaut. Der Tourismus setzte sofort ein.

Dann Weiterfahrt nach Andorra. Und angekommen. Über den Pass de casa. Und als ich nach den Serpentinen oben war, bin ich direkt in eine Wolke gefahren. Das war auch gut, so konnte man beim Runterfahren nicht sehen, wie tief es an der Seite runterging. Der Wegezoll für die Autobahnnutzung wird hier noch per Hand abkassiert.

Andorra ist ein in den Pyrenäen in einem langen Tal liegendes Land, ringsum von hohen Bergen umgeben. Die Amtssprache ist Catalan. Es ist ein kleines Paradies für Markenfans. Man bezahlt nur 4 % MWSt. Da war für mich natürlich das Tanken am Interessantesten: 1,58.

Aber zuerst eine Unterkunft für das Auto gesucht. Das Tal ist bis auf den letzten Zentimeter bebaut, selbst die Flüsse sind überbaut. Aber ab und zu treten sie mal an die Oberfläche.


Bild 32: Andorra.

Aber eigentlich ist Andorra eine riesige Einkaufsstraße. An deren Ende des Tals findet man die alte Stadt.


Bild 33: Das alte Andorra.

Dort habe ich ein kleines Restaurant gefunden. Es gab Paella leider nur für 2 Personen. Also keine Paella, sondern Dorade. Dazu ein frischer trockener Weißwein vom Weinberg des Besitzers.


Bild 34: Und auf dem Rückweg gingen die Lichter an.