7. Tag: Ephesus, Selcuk
Der Tag begann erst mit Pflicht: Schmuck- und Lederverkauf. Anschliessend ging es nach Ephesos.
Das älteste Ephesos stammt aus dm 2. Jahrtausend v. Chr. Die Stadt liegt an der Mündung des Mäander-Flusses. Die von den Bergen weggespülten Sedimente lagerten sich vor der Stadt an, so dass im Hafen keine Schiffe mehr anlegen konnten. Es verwandelte sich in eine Sumpflandschaft, also in ein Mückenparadies.
Um 560 v. Chr. musste Ephesos das erste Mal weichen. In Ephesus II wurde dann der legendäre Tempel der Artemis gebaut, eines der sieben antiken Weltwunder.
290 v. Chr. entstand das dritte Ephesos. In dieser Zeit entstanden die Celsiusbibliothek und die marmorne Prachtstrasse zum Hafen, die heutige Ausgrabungsstätte. Da beide Sehenswürdigkeiten derzeit wegen Grabungsarbeiten gesperrt sind haben wir es uns nur von weitem angesehen (ich war auch früher schon einmal da).

Bild 59: Die Mündungsebene des Mäander, im Hintergrund das Meer.

Bild 60: Zur Zeit blühen gerade die Pfirsiche, hier eine Plantage von oben.
Nächste Station war das vierte Ephesos, dorthin wurde die Stadt im 5. Jhh. verlagert. Diesmal etwas höher. Die Stadt heisst jetzt Selcuk. Wichtigster Besichtigungspunkt, die Johannesbasilika (Johannes, der Evangelist). Nach der Kreuzigung Jesu ist er mit der Mutter von Jesus hierher nach Ephesos während der Christenverfolgung geflohen. Zwschenzeitlich wurde er auf die Nachbarinsel Patmos (gehört heute zu Griechenland) verbannt, wo er die Offenbarung (Apokalypse) hatte. Danach kam er wieder zurück und hat hier in Ephesos das vierte Evangelium geschrieben. Er wurde auf dem Hügel, auf dem jetzt oben die Festung Ayasolus, eine Festung der Seldschucken aus dem 13. Jhh. steht, beigesetzt.

Bild 61: Festung Ayasolus.

Bild 62: Grab von Johannes, dem Evangelisten. Der einzige Apostel, der auf natürlichem Wege starb.
Im 3. Jhh. wurde über seinem Grab eine byzantinische Basilika gebaut. Sie wurde von Kaiser Justinian in Auftrag gegeben, der auch die Hagia Sophia in Istanbul errichten liess.

Bild 63: Die Reste der Johannesbasilika.
In der Nähe der Siebenschläferhöhle, in der sieben verfolgte Christen im 249 von Kaiser Decius eingemauert wurden, sich schlafen legten und im 5. Jhh. wieder erwachten, steht an der Sterbestelle der Muttergottes das Marienhaus und in der Nähe eine Statue der Maria.

Bild 64: Marienstatue.
Auch der Apostel Paulus war drei Jahre in Ephesos und hat im Theater an der Marmorstrasse gepredigt. Das hat dem Silberschmied Demetrios nicht gefallen und er hat die Epheser gegen Paulus aufgehetzt. Diesem blieb letztendlich nur die Flucht.
Dann fuhren wir in unser letztes Hotel. Es ist dasselbe wie bei unserer Ankunft. Nur diemal war es noch hell.

Bild 65: Blick vom Hotelzimmer, im Hintergrund wieder die Insel Samos.
Das Meer sah so herrlich aus, da musste man einfach hinein. Und es war dann auch wärmer als gestern.

Bild 66: Abend- und Abschiedsstimmung.
Morgen früh geht der Flieger nach Hause.
6. Tag: Aphrodisias
Der Tag begann mit einem während der Tour obligatorischen Besuch der Teppichknüpferei. Dieser Betrieb sponsert die Reise und die Eintrittsgelder. Jetzt die Infos für unsere Freester-Fischerteppiche-Knüpferinnen:
Derzeit knüpft eine Arbeiterin an einem Seidenteppich mit extradünnen Seidenfäden. Der endgültige Wandteppich hat ungefähr die Grösse 35 cm Breite und 55 cm Höhe. Sie benutzen 15.500 Kettfäden, auf 1 cm kommen 400 Knoten. Die Knüpferin hat im Mai letzten Jahres angefangen und ist im Juni fertig.

Bild 45: Knüpferin mit dem feinem Seidenteppich.

Bild 46: Seidenkokons werden gekocht und die Seidenfäden von den Kokons abgewickelt.

Bild 47: Für den feinen Seidenteppich werden ca. 50 Seidenfäden zu einem Garnstrang zusammengefasst. Sonst sind es 500.

Bild 48: Die Seidenkokons, das Dunkle sind die Seidenraupen in den Seidenkokons.
Dann wieder alte Tempel, diesmal in Aphrodisias. Die Stadt war in der Antike für seinen weissen und feinen Marmor bekannt, er wurde bis nach Europa und Afrika geliefert. So waren hier selbst die Sarkophage und anderes aus Mamor.

Bild 49: Badewanne aus Marmor. Sie wurde aus einem Marmorblock herausgemeisselt.
Aphrodisias war ein antiker Wallfahtrsort, der durch seine ausschweifenden Feiern zu Ehren der Aphrodite seinen Ruhm gewann. Die Ruinen der Tempelanlage sind über ein riesiges Gelände verteilt. Hier ein paar Beispiele.

Bild 50: Das Tetrapylon, das Zeremonientor des Aphrodite-Heiligtums.

Bild 51: Das Stadion, es fasste 30.000 Zuschauende. Es gilt als das besterhaltene der antiken Welt.

Bild 52: Die Südagora, einer der beiden Marktplätze. In der Mitte war ein Wasserbecken.

Bild 53: Statue in den Hadrianus-Thermen.

Bild 54: Auch ein Theater durfte nicht fehlen.

Bild 55: Irgendeine Inschrift: Hier reine "Antiqua", aus der die Computerschrift "Times New Roman" entwickelt wurde.
Mit dem Bus fuhren wir im Tal des Flusses Mäander, also dem Mäandertal, wieder in Richtung Kusadasi.
Unser Hotel liegt direkt an der Ägäis, die Insel Samos kann man vom Hotelbalkon und vom Strand aus sehen.

Bild 56: Blick vom Hotelbalkon, im Hintergrund etwas im Dunst die griechische Insel Samos.
Und wieder was für die Nerds: Auf Samos lebte Pythagoras, wir sind also wieder bei den rechtwinkligen Dreiecken (siehe Milet) :-).

Bild 57: Der Strand.
Und so ein feiner Sandstrand lud direkt zum Baden ein. Das Wasser hat hier 17 Grad und die Luft war zum Sonnenuntergang schon etwas kälter. Also für an-die-Ostsee-Gewöhnte fast ideale Befingungen.

Bild 58: Der Sonnenuntergang vom Hotelbalkon.
5. Tag: Pamukkale
Morgens hiess es Abschied nehmen von Kos und über die EU-Aussengrenze ging es die 15 km wieder zurück nach Bodrum in Asien.

Bild 39: Tschüss Kos. Der höchste Gipfel ist wieder von Wolken verhüllt.

Bild 40: Zurück in Bodrum. Hier die Festung.

Bild 41: Die Windmühlen von Bodrum mit Segelbooten.
Mit unserem Bus ging es von Bodrum aus durch die Berge zu den Kalksinterterassen nach Pamukkale, diese sind Weltkulturerbe zusammen mit der antiken Stadt Hierapolis oberhalb der Terassen. Schon die Römer wussten die 30-50 Grad heissen Quellen zu schätzen. Oben auf den Terassen waren wir nicht, mittlerweile wollen sie dafür 30 Euro Eintritt.

Bild 42: Kalksteinterassen in Pamukkale. Die Steine oben gehören zu Hierapolis.

Bild 43: Das heisse Quellwasser.
Anschliessend besuchten wir eine Derwisch-Trance. Es war eine rituelle Veranstaltung mit Musik und Gesang, anschliessend haben sie sich noch einmal für Fotos gedreht.

Bild 44: Tanzende Derwische.
In der Nähe von Pamukkale an einer anderen heissen Quelle war unser Hotel, mit Thermalbad. Ein Becken hatte 33 Grad heisses Wasser, das andere draussen 41 Grad und ein weiteres drinnen 44 Grad.