Montag, 31. Juli 2017
Glenan-Inseln
Heute ging es mit einem Boot auf die Glenan-Inseln.

[Boot]

Dort angekommen, bin ich die Insel abgelaufen, um mir den schönsten Strand auszusuchen, wo ich dann mit Schwimmen, Lesen, Einnicken mehrere Stunden verbracht habe.

[mein Strand]
Das Wasser war zwar für französische Verhältnisse kühl, es hatte 19 Grad. Aber wer sonst in der Ostsee baden geht, hat damit kein Problem.

Ab und zu wurde ich nur von einer Möwe gestört, die wohl meinte, sie müsse ihren Inselzoll eintreiben, von den anderen Strandbesuchern hat sie immer etwas abbekommen. Sie kam immer wieder einmal vorbei.

[meine Möwe]

Bevor es wieder zurück ans Festland ging, gab es noch eine Rundfahrt an den anderen Inseln vorbei.

[andere Inseln]

Das Revier ist natürlich auch für Wassersportler sehr interessant.

[Wassersportler]

Abends gab es im alten Fort zum Abendessen Jakobsmuscheln.



Montag, 31. Juli 2017
Concarneau
Bin gut durchgekommen, aber dann ging die Parkplatzsuche los. Das Hotel ist direkt am alten Fort.

[altes Fort: Intra Muro]

Auf dem Parkplatz (Dupin 5) habe ich drei Runden gedreht, bis ich endlich einen hatte. So erging es ja auch oft Dupin.

Das Restaurant "L´Amiral" (Dupin 6), in dem er abends manchmal noch etwas essen geht, liegt auch direkt am Fort.

[Restaurant L´Amiral]
Die Plätze waren ausgebucht, aber ich hatte schon von Deutschland aus per Mail einen Tisch reserviert.

Ein Dupin-Menü gibt es leider nicht (aber er ißt sowieso nur Entrecote, das wollte ich nicht, aber jemand am Nebentisch hatte es). Dafür gab es für mich eine neue Premiere essenstechnisch: halber Hummer.

[Hauptgang]
Die Vorspeise war ein Krabbentatar, dann gab es den Hummer und anschließend den Nachtisch des Tages (bretonischer Blätterteig mit Sahnecreme und frischen Erdbeeren). Dazu einen weißen Bordeaux, Wasser und Espresso.
Das war ein wahrer Gaumenschmaus.

Morgen geht es mit einem Ausflugsboot auf die Glenan-Inseln (Dupin 7).



Pointe de Van und Pointe de Raz
Da das Wetter richtig schön wurde, habe ich dann auch meine längere Wanderung gemacht. Im Reiseführer steht, das man die Strecke von einem Kap zum anderen (10 km) in 2-3 Stunden schafft. Am Ende kann man sich dann mit einem Shuttlebus zurückbringen lassen. Das las sich doch gut. Also Wanderrucksack geschultert und los.

Man beginnt mit der Wanderung am Pointe de Van.

[Pointe de Van]
Dort ist ein Parkplatz und in der Nähe dessen sind die Wege auch schön glatt und breit. Als es dann aber den Berg hinunter ging, wurde der Weg schmaler und es ging über Stock und Stein. Also stellenweise eine richtige Kletterpartie. Aber die Aussicht war es eben wert.

[auf den Klippenpfad]

Und man hat auch das Ziel immer vor Augen.

[Ziel]
Also es geht bis zum Leuchtturm, der ganz klein zu sehen ist und dann noch bis nach vorn auf die Spitze.

Nach einer Weile sah man dann in der Mitte der Strecke eine Bucht mit herrlichem Sand und herrlichen Wellen.

[Bucht]

Die Surfer hatten dort auch ihre Wohnmobile geparkt und waren schon auf bzw. in den Wellen.

[Surfer]

Nach dem Strandabschnitt ging es dann aber wieder den Berg hinauf. Aber wie gesagt, man hatte das Ziel ja immer vor Augen und es kam näher.

Hier mal ein Blick zurück.

[Blick zurück]

Und irgendwann hatte man es dann endlich geschafft, man war am Pointe de Raz angekommen.

[Pointe de Raz]
Die Insel hinten ist die Ile de Sein.

Nach einer kurzen Erholungspause war der Schrecken groß, als dann doch kein Bus fuhr. Also den Weg wieder zurück.

[Weg zurück]

Hinterher war ich ziemlich erledigt. Aber mit dem Auto bin ich dann nochmal zum Strand in der Mitte gefahren, um mir den Wanderstaub abzuspülen.

[Ab ins Wasser]

Danach ging es weiter nach Concarneau (Dupin 4).



Pointe de Pen Hir
Es regnete nicht, also machte ich mich auf, um die Südspitze der Halbinsel Crozon zu erkunden.

Und auf dem Weg dahin sah ich sie dann endlich, meine ersten Hinkelsteine.

[Steinanlage]
Von ehemals 700 Menhiren hat man 140 wieder aufgestellt, auf dem Bild drei davon.

Weiter ging es zu den Klippen des Pointe de Pen Hir.

[Pointe de Pen Hir]



Camaret-sur-Mer
Hier übernachtete ich. Es war auch noch früh genug, daß ich noch einmal Schwimmen konnte.

[Baden]

Dieser Ort ist ein kleines Fischerdörfchen

[Camaret-sur-Mer]
mit stark befestigtem Hafen.

[Fort]

Nach dem Essen (Austern, Petersfisch, Jakobsmuscheln) bin ich noch einmal durch den Ort gelaufen und dann spielte eine Band (u.a. mit Flötisten und Dudelsackspieler) bretonische Musik.

[Bretonische Musik]
Nach und nach gesellten sich aus den Zuschauern auch noch Tänzer hinzu. Sie tanzten so etwas wie eine Mischung aus Linedance und mittelalterlichen Schreittänzen.



Morgat
Dann wollte ich noch zu den Grotten von Morgat, aber leider war wieder Ebbe und die Schiffe sind nicht mehr ausgelaufen.

[Ebbe]
Darauf hin habe ich eine Wattwanderung entlang der Felsen gemacht.

[Felsen]

Und als Snack gab es an einem Stand richtige spanische Churros mit Schokoladensauce.



Cap de la Chevre
Dann bin ich doch noch zu dem Kap gefahren, weil es nachmittags meistens schöner war.
So auch heute. Als ich dort ankam, hatte der Regen aufgehört.

Am Kap steht ein ganz moderner Leuchtturm.

[Leuchtturm]

Dort bin ich dann auch ein kurzes Stück auf dem Wanderweg auf den Klippen entlang gelaufen..

[Felsen]



Roc'h Trevezel
Da es immer noch regnete, bin ich zum höchsten Berg des Finstere gefahren (384 m). Dort bin ich nur kurz für ein Foto ausgestiegen.

[Berg]



Landerneau
Eigentlich stand dieser Ort gar nicht auf der Liste. Eigentlich wollte ich eine Wanderung um das Cap de la Chevre machen, aber es regnete so einen starken Nieselregen. Also nichts zum Wandern.

Da ich in der Nähe von Brest übernachtet habe, suchte ich mir etwas regentauglicheres.
Diese Stadt ist eine alte Tuchmacherstadt, hat aber seit 1600 die besten Zeiten hinter sich. Interessant ist eine bebaute Brücke. Früher war es eine Mühle mit zwei Häuschen zum Übernachten, eine Zollstube und eine Herberge.

[Brückenhäuser]
Heute sind es Restaurants. Interessant ist aber, dass man wegen der Häuser zu beiden Seiten auf der Brücke gar nicht merkt, dass man auf einer Brücke ist.

Dann gibt es noch zwei Kirchen, eine hat als Namenspatron Thomas von Aquin.

[Kirche]

Mit der Stadtbesichtigung war ich auch in einer halben Stunde durch, obwohl ich mir wirklich viel Zeit gelassen habe.

Die absolute Überraschung war allerdings eine Ausstellung, die mir im Touristen-Office empfohlen wurde. Dort hieß es nur, es wäre eine Picasso-Ausstellung. Es entpuppte sich als wahres Kleinod.
Aus dem Privatbesitz von Picassos Tochter wurden an die 200 Bilder ausgestellt sowie einige Keramiken. Die Bilder begannen in der Zeit, als er noch unter seinem richtigen Namen gemalt hat und zeigten aus jedem Lebensabschnitt etwas. Man konnte sehr gut seine kubistische Entwicklung nachvollziehen und auch der Einfluss der verschiedenen Frauen wiederspiegelte sich in den Bildern.
Diese Ausstellung war wirklich beeindruckend. Und ohne Regen hätte ich sie nie gefunden.



Samstag, 29. Juli 2017
Kommissar Dupin
Jetzt muss ich mal etwas genauer erklären, warum ich auch in die Bretagne gefahren bin. Einerseits wollte ich mir die Hinkelsteine von Asterix und Obelix sowie das Erbe der Kelten schon immer einmal ansehen.

Aber außerdem habe ich in der letzten Zeit die Krimis um Kommissar Dupin gelesen, die in der Bretagne spielen. Geschrieben wurden sie von Jean-Luc Bannalec. Sie heißen immer etwas mit "Bretonische ...". Gerade ist der sechste Band heraus gekommen, ich habe ihn als Urlaubslektüre mit dabei (Bretonisches Leuchten).

Der Kommissar Dupin wurde wegen Aufmüpfigkeit aus Paris in die Bretagne versetzt und hadert anfangs sehr mit seinem Schicksal. Seine Kolleginnen und Kollegen tun nun alles, um ihm die bretonische Lebensart näher zu bringen. Außerdem ißt er gern, was ihm in der Bretagne schon mal Pluspunkte einbringt (Essen ist hier sehr wichtig, und das es bretonisch ist).

Aber nun werde ich nicht akribisch alle Orte aufsuchen. (Es gibt übrigens richtig organisierte Reisen zu den Kommissar-Dupin-Orten.) Aber das wollte ich nicht. Ich habe mich von den Beschreibungen eher inspirieren lassen und so entschieden, was ich mir auch gern ansehen würde.

Immer wenn jetzt so ein Ort auf der Reiseroute auftaucht, werde ich (Dupin Nr.) dahinterschreiben. Dabei gibt die Nr. nicht den Band an (so gut habe ich mir das nicht gemerkt), sondern ich zähle fortlaufend. Bin selbst gespannt, auf wie viele ich komme.



Ile d´Ouessant
Heute ging es früh raus, noch vor dem eigentlichen Frühstück. Aber ich mußte um 7:30 Uhr die Fähre zur Insel bekommen. Das Ticket hatte ich schon vorher online gebucht.

Wegen der Parkplatzsituation (Überall stand blaue Zone dran, dort kann man dann nur Kurzparken für 1 Stunde bis zu 4 Stunden, je nach Parkplatz. Ich brauchte aber einen Parkplatz für den ganzen Tag. Fast außerhalb vom Ort habe ich dann einen bekommen.) habe ich es gerade noch so auf die Fähre geschafft. Aber dann legte sie ab und wir entfernten uns mehr und mehr von der Küste, dem Finstère, dem Rand der Erde. (Also doch kein Rand.) Die Küste wurde immer kleiner, bis sie kaum noch zu sehen war, und nach einer dreiviertel Stunde tauchten die Inseln auf (es gibt noch andere, unbewohnte).

Die Fähre hielt unterwegs an der Ile de Molène (Dupin 2) an, um Passagiere und Fracht runter und rauf zu lassen.

[Ile de Molène]

Aber nach einer kurzen Fahrt kamen wir dann in die Hafeneinfahrt der Ile d´Ouessant (Dupin 3), mit seinen drei Leuchttürmen.

[Hafeneinfahrt mit den drei Leuchttürmen]

Die Insel ist nicht sehr groß, 7 km lang und 4 km breit. Die Franzosen hat man daran erkannt, dass sie sich sofort ein Fahrzeug schnappen, wenn dies möglich ist (Bus, E-bike, Fahrrad). Und die Holländer und die Deutschen versuchen so viel wie möglich zu Fuß zu gehen, das fiel schon beim Mont St-Michel auf. Aber ich hatte acht Stunden Zeit, da brauchte ich kein Fahrrad.

Die Insel hat kaum hohe Bäume. Es gibt viele Flächen mit hohem Farnkraut und Brombeeren. (Die ersten waren gerade reif :-).) Dann wieder andere mit Erikakraut.

[Erikawiesen]

Überall verstreut stehen Häuser in der typischen bretonischen Bauweise.

[Häuser]

Und eine Pracht sind die riesigen Hortensien, fast drei Meter hoch. Wahrscheinlich bekommt ihnen das Klima so gut.

[Hortensien]

In der Mitte der Insel steht der Hauptort mit Tante-Emma-Laden, Post, Arzt, Kirche, Friedhof. Dann ging es nochmal 3,5 km bis zum großen Leuchtturm.

[Leuchtturm]

Dort gibt es auch ein Museum zur Geschichte der Leuchttürme auf der Insel. Sie sind sehr stolz auf Herrn Fresnel mit seiner Linse für Leuchttürme.

[Teil der Spiegel]

Auf dem Rückweg kam ich noch an einer Windmühle vorbei. (Im Vordergrund stehen wildwachsende Montbretien.)

[Windmühle]

Zum Schluß war ich noch an einer Bucht, in der sich, da bei Ebbe das Wasser zurück ging, Seerobben tümmelten. Zum Fotografieren waren sie aber zu weit weg.

Dann ging es mit der Fähre wieder zurück.