2. Tag: Milet, Didyma, Bodrum
Heute beginnt der Ramadan. Heisst, Moslems dürfen zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang nichts essen und trinken. Das heisst für uns, normale Restaurants und Cafes haben tagsüber zu. Der Reiseveranstalter hat aber organisiert, dass für uns was zu essen da ist :-).


Erste Station heute war die ehemalige Hafenstadt Milet. Wenn der Name der Stadt den Nerds unter Euch etwas sagt, ist das richtig: Thales von Milet (und sein Satz des Thales, Mathe Kl. 7, könnt Ihr googeln) war Mathematiker und Astronom. Thales hat auch zum ersten Mal das Datum für eine Sonnenfinsternis vor der Finsternis berechnet. Das nenne ich doch einmal einen Reiseanfang.

Man kann hier noch alte griechische Gebäuderuinen sehen wie das Theater, welches bis zu 25.000 Zuschauende fasste und die Faustina-Thermen.


Bild 02: Theater von Milet.

Die Südagora, der Marktplatz von Milet, war mit 96 x 164 m der grösste Marktplatz der Antike. Das monumentale Markttor mit 17 m Höhe und 29 m Breite steht heute im Pergamonmuseum in Berlin. Von hier starteten auf einer eigens dafür gebauten Strasse, die Via Sacra, die Prozessionen zum Apollon-Heiligtum in Didyma.

Heute liegt der Ort nicht mehr am Meer.
Durch die Sedimentablagerungen des Flusses Mäander (ja, "mäandert" kommt daher) ist aus der ehemaligen Bucht eine Tiefebene geworden, in der Weizen und Baumwolle angebaut wird. Daher sieht man kein Wasser ringsum.


Nächste Station war der Apollo-Thempel in Didyma, eines der bedeutendsten Orakelzentren der Antike, man verehrte dort die Zeuskinder Apollo und seine Zwillingsschwester Artemis.

Nach 500 Jahren Bauzeit hat man anders als beim Kölner Dom nicht weitergebaut, sonst wäre er zu seiner Zeit einer der drei grössten Tempel der Welt geworden. 112 Säulen von 2 m Durchmesser sollten den 51 x 110 m grossen Sockel in 2 Reihen säumen und das Ganze sollte 24 m hoch sein.


Bild 03: Apollotempel in Didyma.

Über den Eingängen hingen Medusenköpfe, damit diejenigen zu Stein wurden, die dem Tempel Schlechtes wollten.


Bild 04: Medusenhaupt.


Dann am Bafasee vorbei nach Bodrum (früher Harlikarnassos). Hier war unsere erste Station das antike Theater der Stadt. Zu Fuss ging durch Altstadtgassen zum Mausoleion des Maussollos (daher hat das Mausoleum seinen Namen) von Harnikanassos, eines der sieben Weltwunder der Antike.


Bild 05: Mausoleion von Harnikanassos, wie es einmal aussah.


Leider ist nicht mehr viel erhalten.


Bild 06: Die Reste des Mausoleums.

Weiter runter bis zum Hafen. Heute ist Bodrum die Ferienstadt der Superreichen, entsprechende Yachten liegen hier vor Anker.

Gegenüber dem Yachthafen liegt die ehemalige Johanniter-Kreuzritterburg.


Bild 07: Kastell St. Peter, die Kreuzritterburg. Hier wurden auch Steine des durch mehrere Erdbeben zerstörten Mausuleions wiederverwendet.

Oben von der Spitze einer Halbinsel in der Stadt aus konnte man die Kreuzritterburg des Johanniterordens im Licht der untergehenden Sonne sehen. Oben stehen unrestaurierte Windmühlen.


Bild 08: Windmühlen.

Noch etwas Botanik am Rande: Hier der Paternosterbaum. Aus seinen getrockneten Kernen werden Rosenkränze gefertigt.


Bild 09: Paternosterbaum.

Uns erreichte leider die Meldung, dass es morgen windig wird und wir nicht wie geplant nach Kos mit der Fähre übersetzen können, weil die Häfen gesperrt sind.

Das heisst aber auch, morgen einmal ausschlafen :-).