Heute durften wir wirklich einmal ausschlafen. Frühstück war erst zu halb neun angesetzt.

Bild 59: Blick vom Hotel auf den Ohrid-See.
Es ging dann auch erst 09:30 Uhr mit dem Bus los. Auf dem Weg zu unserer ersten Station hielten wir oberhalb einer Nachbildung eines jungsteinzeitlichen Pfahlbauten-Dorfes, wie es sie hier am Ohrid-See den Ausgrabungen nach hier gegeben hat.

Bild 60: Pfahlbauten.
Dann erreichten wir das Kloster Naum, ein im Jahr 900 erbautes Kloster,

Bild 61: Kloster Naum.
in dem Naum als Lehrer, Missionar und Wunderheiler wirkte. Er war ein Schüler von Kyril und Method, welche die kyrillische Schrift eingeführt hatten Naum hat sie dann noch einmal vereinfacht, so dass es nicht mehr 40 verschiedene Schriftzeichen waren.
Das Kloster ist heute ein wichtiger Pilgerort der byzantinischen Kirche.
Nach einer Suppe zum Mittag ging es mit dem Boot ü er den Ohrid-See in Richtung Ohrid zurück. Der Ohrid-See liegt auf einer Höhe vonn 700 Metern. Die hoch aufragenden Berge sind ungefähr 2500 Meter hoch. Der Pass, über den wir gestern ins Tal gefahren sind, lag ungefähr bei 1000 Metern.
Der Ohrid-See ist aber nicht nur der höchstgelegene See Europas, sondern auch mit 288 Metern der tiefste.

Bild 62: Blick auf die den See umgebenden Berge.
Um den See herum sind viele Urlaubsunterkünfte für Sommerfrischler. Auch Tito hatte hier eines seiner Sommerquatiere, in dem er sich des öfteren mit Sophia Loren zum "Kaffee" getroffen hat.
Nach einer Weile kam dann auch Ohrid in Sicht, mit der Festung, die über der Stadt thront. Die Altstadt wurde zum Weltkulturerbe erklärt.

Bild 63: Die Stadt Ohrid mit Festung.
Die Stadt liegt an der Via Eterna (von Bar bis Konstantinopel), eine Verlängerung der Via Apia (von Rom bis Bari)
Auf der Via Eterna sind wir gestern auch von Shkodra über Tirana bis hier nach Ohrid gefahren.
Ohrids Altstadt ist vor allem für seine Häuser mit den vorstehenden Erkern und Balkonen bekannt (der Fiskus hat damals schon die Häuser nach der Hausgrundfläche besteuert). Daher werden die Häuser nach oben immer breiter.

Bild 64: Typisches Haus in Ohrids Altstadt.
Die wichtigste Kirche in Ohrid ist die Hagia Sophia. Die Namensgleichheit mit der ehemaligen Kirche in Istanbul kommt nicht von ungefähr. Konstantinopel hat es den Mazedoniern gestattet, den gleichen Namen zu verwenden, wenn sie dafür in Mazedonien 365 Kirchen bauen, für jeden Tag eine. Haben sie gemacht.

Bild 65: Hagia Sophia von Ohrid.
In der Nähe der Festung gibt es noch eine auf einem Felsen gelegene Kirche, die Kirche Sv. Jovan.

Bild 66 : Sv. Jovan
Berühmt sind auch die Perlen vom Ohrid-See. Es sind keine echten Perlen. Sie werden hergestellt, indem man Muschelperlmutt zerkleinert und mit einer geheimen Masse zu einer Kugel formt. Dann zerkleinert man Fischschuppen der Ohrid-Forelle und überzieht die Kügelchen damit, so dass sie einen schönen Glanz bekommen. Fertig sind die "Fake"-Perlen.

Bild 67: "Fake"-Perlen.
Ein weiterer Schüler von Kyrill und Method war der heilige Clemens. Er hat sich in Ohrid niedergelassen und dort eine Universität gegründet.

Bild 68: Der heilige Clemens, Gründer der Uni in Ohrid.
Nach einer Kaffeepause ging es dann ins Hotel zurück, wo wir diesmal rechtzeitig genug für den Sonnenuntergang ankamen.

Bild 69: Sonnenuntergang am Ohridsee, Blick zur albanischen Seite des Sees.
Nach dem Abendbrot ging es dann aber noch zu einem Folkloreabend. Acht junge Tänzerinnen und Tänzer zeigten uns Mazedonische Tänze.

Bild 70: Folkloreabend.